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Oktober 2008
08.10.2008 Global Positioning System
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Professor Paul Kintner von der Cornell University hat ein Gerät vorgestellt, mit dem GPS-Empfangsgeräte (1) jedenfalls so manipuliert werden können, dass sie falsche Positionsbestimmungen errechnen (2).

Das Software-GPS-Gerät der Cornell-Forscher kann GPS-Signale nicht nur empfangen, sondern auch senden. Um ein Zielgerät anzugreifen, muss es sich nur in der Nähe befinden. Es fängt damit an, einfach das gewöhnliche Satellitensignal ohne Veränderung weiterzuleiten. Nach ein paar Sekunden konzentriert sich der anzugreifende Empfänger dann auf dieses Signal, weil es die klarste Quelle ist. Dann kann der GPS-Trickser damit beginnen, die Übertragungen Schritt für Schritt zu ändern, bis der GPS-Empfänger Positionsdaten und Zeitangaben ganz nach Belieben des Angreifers ausspuckt. Klintner meint, dass der Angreifer mit derart gefälschten GPS-Signalen inzwischen sogar das Stromnetz in manchen Ländern lahm legen, für Stromspitzen sorgen und Generatoren beschädigen könnte.

Das ist der Stoff für spannende Kriminalgeschichten, in denen Autos mit GPS-basierten Navigationsgeräten in eine Falle oder an ein Kai gelockt werden, wo sie dann unvermittelt ins Wasser fallen.
 

 
Militärische Anwendungen verwenden Verschlüsselungen, so dass ein GPS-Hack ausgeschlossen ist. Ich glaube jedoch nicht, dass das auch für private Anwendungen möglich sein wird, weil es sich um zu viele handelt, deren GPS-Kommunikation einzeln verschlüsselt werden müssten. Außerdem sind diese meistens nur in Lage, die Positionsdaten zu empfangen. Sie benötigen regelmäßig die Daten von 4 GPS-Satelliten, um ihren genauen Ort und ihre Geschwindigkeit anhand der Laufzeit und präzisen Zeit errechnen zu können.

Der GPS-Hack kann deshalb bei reinen Empfangsgeräten nur verhindert werden, wenn sie mindestens 5 oder mehr Positionsdaten verarbeiten und vergleichen. Dadurch könnte das Signal mit Falschmeldungen herausgefiltert und ignoriert werden. Das ist gegenwärtig möglich, weil sich 31 GPS-Satelliten im Umlauf befinden, so das sich immer mindestens oberhalb des sichtbaren Horizonts befinden. Ihre Anzahl soll jedoch aus Kostengründen auf 25 reduziert werden, so dass dann 5 verschiedene Positionssignale nicht zur Verfügung stehen.
 

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(1) Global Positioning System

(2) Erica Naone, Der GPS-Hack, Technology Review 08.10.2008
 

 
(3) GPS, Ortungsfunktion 

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© Dieter Kochheim, 29.07.2009