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August 2009
24.08.2009 Forensik
24.08.2009 Börsenmanipulation
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift Verbrecher aus der Petrischale High-Frequency-Trading
 

 
Schon heute können Genetiker aus DNA-Spuren am Tatort auf Augenfarbe, Hauttyp oder Haarton des Verbrechers schließen. Demnächst lässt sich anhand des Erbguts vielleicht ein komplettes Täterporträt erstellen. (1)

Anhand von "Single Nucleotide Polymorphisms" - Snips - lässt sich auf bestimmte Körpermerkmale schließen. Es handelt sich dabei um punktuelle Änderungen im genetischen Code, die sich nur durch einzelne "Buchstabendreher" in der DNA zu erkennen geben und zum Beispiel Auskunft über die Hautfarbe und die Neigung zur Bräunung geben.

An der Snip-Forschung sind weltweit verschiedene Forschergruppen beteiligt. Sie erwarten, künftig auch über die Körpergestalt Auskunft geben zu können. So werden die Länge und Krümmung der Nase und andere morphologische Merkmale des Gesichts genetisch vorprogrammiert. Die Forscher sind zuversichtlich und erwarten, regelrechte Phantombilder anhand von Erbinformationen erstellen zu können.

Solche Phantombilder, das lässt sich bereits heute sagen, beruhen auf Wahrscheinlichkeiten und sind mit deutlichen Unsicherheiten belastet. Der wichtigste Einsatzbereich der Genomanalyse könnte deshalb der Ausschluss von Verdächtigen werden.
 

 
Vom Einsatz von Computerprogrammen zur Unterstützung des Börsenhandels ist schon lange die Rede, nicht aber davon, wie sie tatsächlich funktionieren. Der Streit über ein gestohlenes Programm dieser Art verschafft neue Einblicke (2).

Das Geschäftsmodell heißt Robotic Stock Trading. Mit den dazu entwickelten Programmen lassen sich in Millisekunden Wertpapiere kaufen oder verkaufen und riesige Gewinne durch ultraschnelle Entscheidungen über winzige Margen pro Wertpapier erzielen. Mit dem Programm von Goldman werden große Aufträge in viele kleine aufgeteilt. Der Handel wird in Millisekunden vollzogen, um aus winzigen Preisunterschieden auf dem Markt Profite zu erzielen.

Der Einsatz solcher Programme wirkt krank, zynisch, als im Höchstmaß unmoralisch und ihre Anwender dürfen sich nicht wundern, wenn Dritte in ihrer Nähe merkwürdige Themen wie Narzissmus, Autismus und Dissozialität ansprechen.
 

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(1) Susanne Donner, Phantombild aus Spucke, Technology Review 24.08.2009
 

 
(2) Heiß umkämpft: Programme zum High-Frequency-Trading, Heise online 24.08.2009
 

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© Dieter Kochheim, 25.08.2009