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Internet - Kabel und Netze
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internationale Netzarchitektur
Regionen und Satelliten
Besonderheit: IBM

 
Die internationale Sprach- und Datenkommunikation wird durch etwa ein Dutzend Telekommunikationsunternehmen mit ihren See- und Überland-Kabeln sowie einigen geostationären Satelliten geleistet. Sie werden als Tier-1 Carrier bezeichnet, weil sie sich dadurch auszeichnen, dass sie keine Zahlungen an andere Kabelbetreiber für die Durchleitung von Daten leisten, aber ihrerseits Abgaben erhalten.

Das links abgebildete Schema ( zur Großansicht) beruht vor allem auf den Schaubildern, die Alcatel, IBM und Teleglobe (jetzt VSNL International) veröffentlicht haben.
 

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erstes transatlantisches Seekabel (Quelle: Wikipedia)
 

 
Die Übermittlung von Sprach- und digitalen Daten erfolgt über dieselbe physikalische Netzinfrastruktur ("Konvergenz"). Unterschiede gibt es nur noch wegen der Adressierung und Kontinuität der Verbindungen, wobei die Telefonie auf ein grob standardisiertes Nummernsystem und die Datenkommunikation auf das einheitliche Internet Protocol (IP) aufsetzen.

Die heute eingesetzten Seekabel haben ihre Ursprünge in den Kabeln, die seit 1850 von europäischen, vor allem britischen, und US-amerikanischen Telefongesellschaften verlegt und in Betrieb genommen wurden. Die erste Kabelstrecke verband Dover mit Calais. Bereits 1858 wurde das erste interkontinentale Kabel zwischen Irland und Neufundland verlegt.

Die Routen für die Seekabel führen (noch heute) entlang den klassischen Seewegen. Das gilt besonders für den atlantischen (Irland - Neufundland), den europäischen (z.B. Skagerrak) und den Mittelmeerraum. Von hier aus wurde der vordere Orient und über das Rote Meer die arabischen Staaten und schließlich Indien, Indonesien und Japan erschlossen.

Aus dem Westen der USA führen leistungsfähige Seekabel nach Japan und von dort zum fernen Asien, wo sie sich mit den aus Europa kommenden Strängen verbinden und den nördlichen Teil Australiens anschließen. Die längsten Kabelstrecken führen direkt von Nordamerika zum Süden Australiens und nach Neuseeland.
 

 
Nordamerika und Europa verfügen über eine Vielzahl von Kommunikationsnetzen nationaler und internationaler Carrier, die Transfernetze und Knoten betreiben, an denen die Daten zwischen den Netzen wechseln. Die Durchleitungskosten werden zwischen den beteiligten Netzbetreibern verrechnet.

Über die Netzverbindungen in Osteuropa ist wenig bekannt. Die tiefsten Anbindungen westlicher Carrier reichen in das Tote Meer und von der Ostee aus in den westlichen Teil Russlands (besonders IBM).

Dasselbe gilt für Australien. Ich vermute, dass auch Australien über Inlandsverbindungen verfügt, im übrigen aber seinen bevölkerten Süden und Norden über internationale Anbindungen an Südostasien und über Nordamerika verbindet

Über keine verbundenen Inlandsnetze verfügen Afrika und Südamerika. An den internationalen Verbund werden sie jeweils über einen Ring aus Seekabeln angeschlossen, der über "Wurfleitungen" zu den Metropolen an den Küsten verfügt. Die Ringe werden von Global Crossing mit Sitz in der Karibik und von Africa ONE (siehe auch Emeagwali [private Website]) verwaltet und betrieben.

Der Südamerika-Ring umläuft nicht den gesamten Kontinent, sondern quert das Land über die Anden hinweg.
 

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Kabelregionen, Quelle: ISCPC
 

 
Die 81 weltweit größten Hersteller und Betreiber der internationalen Seekabel und -netze haben sich in dem International (Sea) Cable Protection Committee - ISCPC - zusammen geschlossen, auf dessen Website auch die wichtigsten internationalen Verträge und Übereinkommen in Bezug auf Seekabel veröffentlicht werden ( Government and Law).

Zur besseren Verwaltung und Koordination wurden Kabelregionen eingeführt, wobei die Nummerierung zeigt, in welcher Reihenfolge die Regionen erschlossen wurden.
 
1aGroßbritannien und Nordsee
1bBaltikum und Skagerrak
2Mittel- und Rotes Meer
3aAtlantik
3bKaribik
4östlicher Pazifik
5awestlicher Pazifik, ferner Osten und Ostindischer Ozean
5bAustralien
6Arabischer Golf, Arabische See und Westindischer Ozean
 

 
Das internationale Kabelnetz wird ergänzt von geostationären Satelliten ( siehe Schema oben) in stabilen Positionen über dem Äquator. Mit ihnen können vor allem entlegene Metropolen, zum Beispiel in Zentralafrika, an den weltweiten Verbund angeschlossen werden.

Geosynchrone Satelliten lassen sich verhältnismäßig günstig betreiben, weil sie in einem Abstand von 35.786 km über der Erdoberfläche ( Normalnull) von den Gravitationskräften der Erde und der Erdumdrehung in ihrer Position stabilisiert werden. Globalstar und Iridium benutzen hingegen asynchrone Satelliten-Umlaufbahnen, die besonders die nördlichen und südlichen Regionen und Polkappen des Globus überfliegen. Damit ermöglichen sie die Verbindung zu Regionen, die von geosynchronen Satelliten aufgrund der kugelförmigen Gestalt der Erde nur spärlich oder gar nicht erreicht werden können.

Zur Flächenabdeckung der wichtigsten Telekommunikationssatelliten: GMS World
 

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Quelle: IBM
 

 
Die internationalen Carrier verfolgen prinzipiell zwei verschiedene Geschäftsstrategien. Entweder verfügen sie über ein großräumiges Verbindungsnetz, so dass sie die Daten möglichst lange in der eigenen technischen Infrastruktur transportieren und verwalten wollen, oder sie haben als eher lokale Anbieter nur beschränkte Netzressourcen, so dass sie den Transport möglichst schnell an den günstigsten Vertragspartner abgeben wollen.
 

 
Big Blue ( IBM) dürfte der älteste und verbreiteste Anbieter der TK-Dienstleistungen sein, dessen technische Infrastruktur deshalb weitgehend autonom ist, entfernte lokale Anbieter bedient, nur wenige Knoten zu anderen Verbindungsnetzen und statt dessen viele "Wurfleinen" zu den Metropolen der Welt aufweist (siehe Schema, blaue Linien). IBM verfügt damit über starke kontinentale Netze in den USA und in Europa, exklusive Verbindungen in Nordeuropa und ganz starke (und teure) Anschlüsse von der Westküste der USA nach Japan, Asien und (auch direkt) nach Australien.
 

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© Dieter Kochheim, 17.08.2009