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Oktober 2008
23.10.2008 Kommunikation
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… fragt Peter Glaser mit ungewöhnlich vielen Tippfehlern im Text in (1). Er wendet sich damit gegen interaktive Programme und Lernhilfen. Dabei missachtet er die Aufgabenbereiche für verschiedene Dokumentationsformen. Ich denke dabei an Konzeption, Austausch (Kommunikation) und Vermittlung (z.B. E-Learning).

Fangen wir hinten an. Die Vermittlung dient der Verbreitung doktrinärer Resultate. Dabei handelt es sich meistens um wissensmäßige (kognitive) Lernziele, die aus der Sicht des Senders vom Empfänger als Handwerkzeug benötigt und vereinheitlicht werden sollen. Das ist die Spielwiese für Informationssammlungen, E-Learning, Seminare und Beratungsgespräche, durch die der Empfänger munitioniert und ausgerichtet werden soll.

Bei der Vermittlung kommt Interaktivität nur zielgerichtet zum Einsatz. Wenn der Empfänger zielabweichende Antworten gibt, dann wird er entweder sanft in die „richtige“ Richtung geschoben oder mit strengem Druck sanktioniert.

Der Austausch dient hingegen dem Feinschliff von Strategien, Erkenntnissen und der Abstimmung. Er ist grundsätzlich ein demokratischer Prozess, der der Vereinheitlichung des Vorgehens, wenn es denn zielgerichtet ist, und der gleich lautenden Argumentation dient.
 

 
Bei der anfänglichen Konzeption werden strategische (Vor-) Überlegungen angestellt. Trotz vieler Überlegungen zum Data-Mining bin ich der Überzeugung, dass die konzeptionelle Arbeit ganz überwiegend im Kopf und auf dem Papier anhand von Grundrechnungen, Grafiken und Stichwortsammlungen stattfindet.

Interaktivität ist nur in der Phase der Kommunikation produktiv. In ihr wird das Gedankenmodell aus der Konzeption der interessierten Haifischmeute zum Kommentar und zum Verriss präsentiert und der Konzeptionist oder die Konzeptionisten können ihre Gedankenmodelle verwerfen, verfeinern oder trotzig weiter verfolgen.

Glaser sieht sich als Opfer der Informationstechnologie, die ihm keine Gestaltungsfreiräume lässt und ihn bevormundet. Recht hat er, weil er nur die Vermittlung betrachtet.
 

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(1) Peter Glaser, Schreiben oder Klicken? Technology Review 20.10.2008
 

 

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© Dieter Kochheim, 29.07.2009