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Dezember 2008
31.12.2008 Trickbetrug
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aus: Neue Presse, Hannover, 31.12.2008 (1)
 

 
Mit einem halbseitigen Artikel berichtet die Tageszeitung von Trickbetrügern (1) und ihren aktuellen Maschen.

Beim Enkeltrick meldet sich plötzlich ein notleidender Angehöriger und bittet um finanzielle Unterstützung. Häufig geht dem ein merkwürdiger Anruf voraus, bei dem der unbekannte Anrufer nach Familienangehörigen und -umständen fragt.

Ähnlich funktioniert der Teppichtrick, bei dem ein in Not geratender Mitmensch kein Almosen verlangt, sondern einen teuren Teppich, Lederwaren oder andere Gegenstände zu einem günstigen Preis zu Kauf anbietet.

Oder unbekannte Mensch bittet darum, ihm Geld zu wechseln. Diese Masche wird gerne dazu verwendet, Falschgeld abzusetzen.

Der Zetteltrick dient dazu, Zugang zu Wohnungen zu bekommen. Vor der Tür stehen dann Leute, die um einen Zettel bitten, um einem Nachbarn eine Nachricht zu hinterlassen, oder sie bitten um ein Glas Wasser oder sich die Hände waschen zu dürfen.

In anderen Fällen geben sich die Trickbetrüger als Polizisten, als Handwerker, die das Dach reparieren sollen, oder als Mitarbeiter von Stadtwerken aus. Sie wollen damit das Opfer ablenken und wertvolle Sachen stehlen.

Schließlich gibt es noch den Tütentrick, bei dem freundliche Zeitgenossen beim Einkaufen helfen, zeigen, wo sich die gesuchten Auslagen befinden, und schließlich auch die Einkäufe tragen helfen. Plötzlich sind die Täter weg und mit ihnen die Geldbörse des Opfers.
 

 
Über den Betrug im Alltag berichten - geradezu liebevoll - ständig die "pfiffigen Senioren" und geben Verhaltenstipps.

Die Machart dieser Tricks lässt sich auf beliebige Lebenssituationen übertragen. Den Tätern geht es immer darum, das Opfer abzulenken oder in Sicherheit zu wägen, um dann entweder etwas zu stehlen oder das Opfer zu unbedachten Gaben zu bewegen (Geld, Zahlungskarte, werthaltige Gegenstände).

Im Zusammenhang mit dem Skimming habe ich die Masche beschrieben, dass das Opfer durch einen auf den Boden geworfenen Geldschein abgelenkt wird, während der Mittäter die Zahlungskarte aus dem Geldautomaten stiehlt ( Proll-Skimming).

Mit den Mitteln der elektronischen Kommunikation lassen sich bekannte Betrügereien begehen, für die nur das Medium gewechselt wird. Geradezu ein Klassiker ist die Nigeria-Connection, die jedes neue Medium und jedes zeitgeschichtliches Ereignis für die immer wieder gleiche Story von der Chance zum großen Geldverdienen nutzt.

Die Werbung für Kaffeefahrten, Gewinnmitteilungen, Werbeanrufe oder Umfragen werden häufig dazu genutzt, persönliche Daten auszuforschen. Gefährlich wird es, wenn es um Bankdaten oder Zugriffsberechtigungen geht (Kundenkonto bei einem Online-Shop). Mit Namen, Banknamen und Kontonummern lassen sich ganz einfach Einzugsermächtigungen vortäuschen. Auch die Zugangsdaten zu Online-Warenhäusern werden zunehmend missbraucht.
 

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(1) Kristina Milicevic, Die miesen Maschen der Trickbetrüger, Neue Presse 31.12.2008, S. 17
 

 

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© Dieter Kochheim, 29.07.2009