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März 2009
24.03.2009 Steuerung von Netzen
     
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Wenn im Zusammenhang mit technischen Komponenten von "Intelligenz" gesprochen wird, ist das meistens falsch. Intelligenz im technologischen Sinne meint, dass ein Gerät in der Lage ist, auf sich wandelnde Bedingungen unterschiedlich und angemessen zu reagieren, dass es rechnerische Kapazität hat und über Speicherfunktionen verfügt, die nicht nur Variablen speichert, sondern auch Programmfunktionen. Schon jetzt verfügen viele elektronische Geräte über ein mehr oder weniger komplexes Betriebssystem, das Update-fähig ist. Das bedeutet, dass es nicht fest verdrahtet ist, sondern auf flüchtigen und variablen Speichermedien gespeichert ist. Speichermedien bergen jedoch die Gefahr, dass die auf ihnen abgelegten Daten verändert, manipuliert und missbraucht werden können.

Variable Steuerfunktionen sind für die Entwickler der Steuerungsmechanismen ein Glücksfall. Die Hardware stellt nur die wirksamen Schalter und Mechanismen zur Verfügung und ihre Auslösung und Steuerung bleibt einem Programm überlassen, das änderbar ist. Es kann sich wandelnden Anforderungen anpassen, ihm können neue Sicherheitsfunktionen eingebaut und Fehler können entfernt werden. Das ist praktisch.

Sicherheitsanfällige Geräte werden damit aber einer ständigen Gefahr ausgesetzt, dass sie missbraucht oder einfach nur ausgeschaltet werden.
 

 
Ein Beispiel dafür beschreibt : Eine Forschergruppe hat die "intelligente" Steuerung für Stromnetze untersucht (Smart-Grid), die dafür sorgt, dass einerseits eine bedarfsgerechte Stromerzeugung erfolgt und andererseits die Abnehmer die günstigsten Tarife deshalb nutzen können, weil sie ihre Nachfrage zeitlich steuern (1).

Das klingt vernünftig und ist es auch.

Nur haben die Forscher auch einen Wurm entwickelt, der sich von einem Smart-Grid-Gerät zum nächsten verbreitet und in der Lage ist, die Stromzufuhr zwischen ihnen abzuschalten.

Das ist ein gefundenes Fressen für Hacker, Saboteure und Erpresser.

Sicherheitssensible Technik braucht einen besonderen Schutz. Dieser besteht zunächst in einem Konzept, das die Angriffspunkte beschreibt und dann schließt.

Ein Teil dieses Konzepts muss meiner Meinung nach auch die Frage umfassen, wie variabel ("intelligent") ein System überhaupt sein muss. Unveränderbare Funktionen können darin fest verdrahtet werden und nur die, die notwendige Änderungen erwarten lassen, müssen auf Speichermedien vorgehalten werden. Ein solches Konzept bedarf aber einer sehr genauen und deshalb teuren Planung.
 

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(1) Intelligentes Stromnetz wird zum Hacker-Ziel, tecchannel 23.03.2009
 

 

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© Dieter Kochheim, 29.07.2009