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Mai 2009
09.05.2009 Malware
09.05.2009 Überwachung
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift gefährliche PDF-Dateien elektronische Fußfessel statt Haft
 

 
(1) 2008 2009
MS Word 34,55 39,22
MS Excel 19,97 7,39
MS PowerPoint 16,87 4,52
Adobe Reader 28,61 48,87
 

 
Eine deutliche Verschiebung bei den Trägerdateien für die Industriespionage hat das Sicherheitsunternehmen F-Secure festgestellt. Aus 2008 sind ihm knapp 2.000 individuelle Angriffe bekannt geworden, bei denen E-Mail-Anhänge dazu genutzt wurden, um den Korrespondenzpartnern Malware unterzuschieben, die ihre Daten ausspäht (1). Die beliebtesten Dateiformate sind dabei die Textverarbeitung von Microsoft Word sowie die Tabellenkalkulation und das Präsentationsformat des Marktführers (Excel, Powerpoint). Adobes Acrobat Reader nahm 2008 Platz 2 ein.

Alle vier Formate zeichnen sich dadurch aus, dass sie aktive Funktionen unterstützen, die es der Malware ermöglichen, sich im Zielsystem einzunisten, und gebräuchliche Büroformate sind, die standardmäßig und flächendeckend eingesetzt werden.

2009 hat das finnische Unternehmen bereits 668 solcher Angriffe erkannt. Die Bedeutung von PowerPoint und Excel sei deutlich zurückgegangen, die von Word leicht gestiegen. Der Anteil von Acrobat sei jedoch stark angestiegen und in fast der Hälfte aller Angriffe sei mit präparierten PDF-Dokumenten gearbeitet worden.
 

 
Baden-Württemberg will den Einsatz der elektronischen Fußfessel als Überwachungsinstrument im Rahmen der Strafvollstreckung gesetzlich regeln (2). Die beiden hervorgehobenen Gruppen sind die Häftlinge, die anstelle einer Ersatzfreiheitsstrafe Arbeitsauflagen erfüllen könnten, und die, die zur Vorbereitung ihrer Haftentlassung Vollzugslockerungen bekommen. Mit ihrer Ortung könnte die Einhaltung der ihnen gemachten Auflagen überwacht werden.

Dass die Fußfessel den Betroffenen einschränkt und belasten kann, beschreibt eingängig Becker in   (3). Seit 2000 werden in der hessischen Bewährungsaufsicht 75 dieser elektronischen Sender eingesetzt, bald sollen es 150 in ganz Deutschland sein. In den USA sind 200.000 dieser Geräte im Einsatz und in Großbritannien 60.000.

In Hessen erstellen Richter und Bewährungshelfer einen Wochenplan, in dem festgelegt wird, wann der Verurteilte in seiner Wohnung sein muss. Stimmt dieser zu ..., wird ihm noch im Gerichtsgebäude ein Plastikband angelegt. In diesem Band ist eine Funkzelle, die ständig Kontakt zu einem Empfangsgerät in seiner Wohnung hält. Entfernt sich der Proband zu weit von dem Gerät, bricht die Funkverbindung ab. ... Verlässt die überwachte Person die Wohnung, registriert ein Zentralrechner in der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) in Hünfeld diesen Verstoß. Daraufhin erhält ein Bewährungshelfer in Frankfurt eine SMS, die ihm mitteilt, welcher Proband gerade gegen seinen Hausarrest verstößt. Dort ist eine Rufbereitschaft rund die Uhr besetzt.
 

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(1) Zahlen von F-Secure, veröffentlicht bei
Cyber-Kriminelle fahren gezielte Attacken auf Unternehmen, tecchannel 08.05.2009
 


(2) Anhörungsverfahren zur elektronischen Fußfessel im Strafvollzug abgeschlossen, JM Ba-Wü 24.03.2009

(3)   Matthias Martin Becker, Willkommen im Panopticon? Telepolis 04.05.2009
 

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© Dieter Kochheim, 29.07.2009