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Mai 2009
02.05.2009 Informationsgesellschaft
     
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift geborene Spieler drängen auf den Markt
 

 
 
"Die meisten Computerspiele präsentieren dem Spieler sehr viele multimediale Informationen", erklärt der Informatiker, "aber nicht alle diese Informationen sind wesentlich, um das Spiel zu gewinnen." Ganz wichtig für einen erfolgreichen Spieler sei deshalb die Fähigkeit, in Echtzeit zu entscheiden, welche Information wesentlich ist, was notwendig ist, um zu gewinnen, und was unwichtig ist. Spieler müssten außerdem bereit sein, Risiken einzugehen – wer zu vorsichtig spielt, verliert. Und sie müssten verlieren können: "Du tust, was du kannst, aber du gewinnst eben nicht immer. Du kannst dich aber nicht jedes Mal krank ärgern, wenn du verloren hast, sondern spielst weiter." (1)
 
 
"Wir nennen die Kinder post-alphabetisch. Diese Kids sind in der Lage, die Grenzen verschiedener Technologien einfach so zu überschreiten – ohne jede Hemmung. Sie mischen munter Text, Video, Musik und Bilder, ohne groß darüber nachzudenken." (1)
 
 

 
Wolfgang Stieler spricht von den "geborenen Spielern" und meint damit die Generation, die jetzt in das Berufsleben tritt und in Führungspositionen nachrücken wird (1). Sie bilden die erste Generation, die mit dem Internet, Onlinespielen und der Gewohnheit aufgewachsen sind, dass Entscheidungsfehler zwar ein Spiel abrupt beenden können, nicht aber existentiell gefährlich sind.

Die neue Generation könnte bei strategischen Weichenstellungen zu schnellen und voreiligen Entscheidungen sowie zu wenig Vorausschau neigen, ist die von ihm aufgegriffene Befürchtung. Sie würden alle Vorteile multimedialer Informationsquellen nutzen können, liefen aber Gefahr, den Wert, die Authentizität und Bedeutung von Informationen zu vernachlässigen.

Andererseits sei auch die erste Generation herangewachsen, die tatsächlich vernetzt sei und den Informationsaustausch grenzüberschreitend praktiziere (2).

Die Lösung für die Befürchtungen sehen die Forscher, auf die sich Stieler bezieht, darin, Teams mit erfahrenen und jungen Leuten zu bilden. Das ergebe oft ein Powerteam: "Weil der eine das denkt, was der andere gar nicht denken kann."
 

 
Die Faustformel, erfahrene und neue Mitarbeiter zusammen arbeiten zu lassen, ist weder neu noch revolutionär, sondern gängig.

Ihr Nachteil ist, dass ältere Mitarbeiter in aller Regel Führungspositionen besetzen, so dass sie eher bremsend als fördernd wirken können - und das besonders dann, wenn ihnen das Verständnis für neue Vorgehensweisen fehlt (3).

Wenn die Wirtschaft zur Sandkiste für wild gewordene Spieler wird, dann entstehen solche Erscheinungen wie die dotcom- oder die Bankenkrise. Ohne Augenmaß und Verstand können sie Kapital ohne Ende vernichten.

Vor der harten Realität können auch nachwachsende Generationen nicht die Augen verschließen. Sie werden ihre neuen Herangehensweisen an ihr erproben müssen. Das wird zeigen, ob sie taugen oder nicht. Sie werden Wirtschaft und Gesellschaft verändern.

Quo vadis?

Schon jetzt sind das Internet und die von ihm gebotenen Möglichkeiten Allgemeingut und das nicht nur für in das Berufsleben drängende Twens. Dabei stellt sich vor allem das Problem der inhaltlichen Bewertung von Informationen ( Wissensmanagement). Den Herausforderungen der grenzenlosen Kommunikation, Informationsbeschaffung und Beliebigkeit werden sich deshalb alle Berufstätigen und Verantwortlichen ungeachtet ihres Alters stellen müssen.
 

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(1) Wolfgang Stieler, Die geborenen Spieler, Technology Review 30.04.2009

(2) "Offenheit und Vernetzung" - Digital Natives
 

 
(3) besonders innovative Wirtschaftssegmente betrachten Berufserfahrungen eher als hinderlich.
 

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© Dieter Kochheim, 29.07.2009