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März 2011
09.03.2011 Meldungen
     
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift glaubhafte Gerüchte Sofortüberweisung

 

11-03-08 
Gerüchte, die per E-Mail verbreitet werden oder aus Blogs stammen, werden als glaubhafter angesehen als die, die von Nachrichtenagenturen über Webseiten verbreitet werden. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie anlässlich des Präsidentschaftswahlkampfs 2008 aufgrund von 600 Interviews (1).

Danach wird den Äußerungen aus den Internetdiensten nur zurückhaltend geglaubt. Aufgrund der persönlichen Identität von Inhalten aus sozialen Internetdiensten wird ihnen offenbar ein größeres Vertrauen entgegen gebracht (Glaubwürdigkeit der Quelle). Dabei waren acht der zehn "Gerüchte", mit denen die Studie gearbeitet hat, schlicht falsch.

Die Warnungen der Sicherheitsunternehmen, dass künftig zunehmend die sozialen Netze Angriffen der Cybercrime ausgesetzt sein werden, bekommen damit weitere Nahrung. Wer sich in einer Kuschelumgebung wähnt, ist auch eher bereit, thesen wir 'mal, dubiose Webseiten oder E-Mail-Anhänge zu öffnen, und anfällig gegen HBGarys Propaganda-Bots.

Dass die Nachrichtendienste richtig schlecht abgeschnitten haben, überrascht und betrübt. Ihnen sollte das professionelle Nachrichtenhandwerk geläufig und den Konsumenten auch wertvoll sein.
 

11-03-09 
Giropay und sofortüberweisung.de sind Bezahldienste, die sich als eine Art Man-in-the-Middle für Bezahlvorgänge anbieten. Der Käufer gibt ihnen seine Kontodaten einschließlich PIN und TAN preis und dem Verkäufer wird signalisiert: Es ist alles okay, Du kannst Deine Ware absenden.

Die Idee ist nicht neu und wird mit den Anderkonten bei Rechtsanwälten und Notares seit Ewigkeiten praktiziert. Nur, wer garantiert für die korrekte Abwicklung? Die Notare unterliegen einer regelmäßigen Prüfung und die Rechtsanwälte jedenfalls einem Warnsystem ihrer Körperschaft, der Rechtsanwaltskammer.

Beim Bezahlverkehr im Internet sieht das etwas anders aus. Wenn schon ein lauterer Man-in-the-Middle handelt, dann kann man neben ihn auch einen unlauteren installieren - und damit kippt das ganze System.

Das sieht das Bundeskartellamt (nicht oder) anders und bemängelt die Geschäftsbedingungen der Banken, die die Sofortüberweisungen unter Preisgabe der Sicherungsmechanismen PIN und TAN untersagen (2). Dafür fehlt wiederum mir das Verständnis.
 

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(1) Doris Marszk, E-Mail-Gerüchte erscheinen den Menschen glaubhaft, Internet-Gerüchte nicht, Wissenschaft aktuell 09.03.2011;
noch einer: Florian Rötzer, Emails wirken als Gerüchteküche, 08.03.2011.
 

 
(2) Kartellamt kritisiert Banken-AGB, Heise online 09.03.2011
 

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© Dieter Kochheim, 10.03.2011