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Januar 2010
09.01.2010 Domänen
     
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift Domainzahlen im Dezember und der Jahresvergleich für 2009
 

 
    Monatsvergleich Jahresvergleich
.com (1) 84.000.293 + 407.494 + 5.223.738
.de 13.313.195 + 17.293 + 865.286
.net 12.636.677 + 43.160 + 662.219
.cn (2) 8.615.312 + 114.447 + 87.824
.org 7.933.653 - 526 + 603.171
.uk (3) 7.904.894 o.A. + 677.189
.info 5.502.724 + 57.799 + 64.316
.nl (3) 3.523.290 o.A. + 358.961
.eu 3.144.395 + 91.192 + 35.549
.biz 2.012.974 - 3.224 - 7.024
.us 1.581.070 - 59.459 - 7.281
.at 909.156 + 6.431 + 8.429
 
 

 
Die einzigartigen Steigerungszahlen der kommerziellen .com-Domain bedürfen keiner weiteren Worte. Wenn die Steigerung so anhält, dann wird diese Top Level Domain binnen vier Jahre die 100 Millionen-Grenze durchbrechen.

Auch ihr Wachstum ist endlich, weil irgendwann immer weniger vernünftige und eingängige Zeichenkombinationen zur Verfügung stehen. Das ist aber noch lange hin, weil für alle Namen bis zu 256 Zeichen zur Verfügung stehen und Dank der heutigen Suchmaschinen nicht mehr streng darauf geachtet werden muss, einen kurzen Namen oder am besten eine Abkürzung zu verwenden. Das war nötig, solange das Type in-Surfing, also die direkte Adresseingabe in das betreffende Feld des Browsers, die gängige Suchmethode war. Sie hat zwar an Bedeutung, nicht aber an Berechtigung verloren.
 

 
Ein Mehr von gut 17.000 Adressen im Monat Dezember ist ein schwaches Ergebnis für die deutsche .de-Domain. Dennoch hat sie sich im Jahresvergleich deutlich von ihrem Verfolger .net abgesetzt.

Ausschlaggebend dafür waren die veränderten Zulassungsbedingungen der DeNIC (4), die seit September 2009 die Beschränkungen wegen der Namenslänge und der Verwendung von Ziffern aufgegeben hat.

Bemerkenswert sind die Steigerungszahlen zweier europäischer Länderdomänen, für die jedoch nur sporadisch neue Zahlen veröffentlicht werden, so dass die Tabellenwerte links mit Zurückhaltung zu betrachten sind.

Das gilt zunächst für die britische .uk-Domain. Sie hat - bezogen auf abweichende Erhebungszeitpunkte - um fast 680.000 Adressen zugelegt. Damit landet sie auf Platz 2 der Länderdomänen und noch vor .net.

Wenn der Trend zutrifft, der aus dem Näherungswert abzuleiten ist, dann hat die niederländische .nl-Domain im zurückliegenden Jahr um mehr als 10 % zugelegt. Das ist nicht zu toppen.
 
 

zurück zum Verweis China Verlierer
 

 

 
Nach eigenem Selbstverständnis ist die chinesische .cn-Domain die größte Länderdomain. Sie verfügt "total" über 13.680.727 Adressen (2).

China hat in seinen Adressraum einige Subdomänen installiert, deren Third Level Domains in die "totale" Zählung eingeflossen sind. Das ist bei .uk hinzunehmen, weil die Adressverwaltung keine Ausnahmen zulässt. Bei .cn existieren diese Funktionsgruppen auf dem Second Level aber neben allen möglichen individuellen Namen. Das akzeptiere ich jedenfalls nicht.

Ein klares Bild von den chinesischen Internetadressen wird auch dadurch erschwert, dass separate Adressräume für chinesische Schriftzeichen eingerichtet wurden, deren Bestand nirgendwo so richtig beobachtet wird.

Ohne Chinas Größe und wirtschaftliche Bedeutung in Abrede zu stellen: Bei den "echten" .cn-Domänen bleibt sie nur die zweitstärkste Länderdomain. Ihre Zahlen schwankten mächtig im Verlauf des Jahres 2009.
 

 
Mit knapp 8 Millionen Adressen ist die .org-Domain eine starke generische (beschreibende) Domain, die sich an jede Art von Einrichtungen richtet, die nicht zwingend kommerziell ausgerichtet sein müssen. Klare Grenzen zwischen kommerziellen und non profit-Initiativen zieht der Adressraumverwalter jedoch nicht. Hier tummeln sich, wie bei .net, alle möglichen Anbieter mit Sendungsbewusstsein und Gewinninteressen.

Mit einer Jahressteigerung von 600.000 Adressen gehört die Domain mit zu der soliden Führungsgruppe. Der kleine Verlust aus dem Dezember 2009 lässt sich jedoch nicht erklären.

Ein ständiger Verlierer aus dem zurückliegenden Jahr ist .biz. Die Domain richtet sich an das Business und hat kein Profil und kein durchgreifendes Konzept, um Interessenten an sich zu binden. Einen .biz-Namen registrieren Unternehmen offenbar nur noch, damit sich damit kein Konkurrent schmückt.

Die amerikanische Länderdomain .us hat im Dezember 2009 fast 60.000 Adressen verloren, was die Jahresbilanz vermasselt. Die Gründe dafür kenne ich nicht.

Einer der größten Verlierer der Zukunft dürfte die .tv-Domain sein, die für den Inselstaat Tuvalu vorgesehen ist.

Die Verwertung des televisonären Top-Namen ist an ein Unternehmen abgegeben worden. Dafür verfügt die Hauptinsel jetzt über einen Kindergarten, eine Schule, eine Hauptstraße und eine regelmäßige Fährverbindung zu den Fidschi-Inseln (5).

Der Name könnte aber bald aberkannt werden, weil das Hauptatoll Funafuti gerade absäuft. Wo kein Land ist, gibt es auch keinen Domainnamen.
 

zurück zum Verweis Anmerkungen
 

 
(1) Domain-Newsletter 496, domain-recht.de 07.01.2010;
Vormonat

(2)  CnNIC, Domain Names Registered Under ".CN". Stand: Dezember 2009 mit den Zahlen aus dem November.
Der Jahreswert wurde aus den Angaben für November 2008 errechnet.

(3)  DeNIC, Domainzahlenvergleich international (Stand: September 2009); keine neuen Zahlen verfügbar.
Die Jahreswerte wurden auf der Grundlage der bekannten Zahlen aus dem Januar 2009 errechnet; siehe Domain-Zulauf 2008.

(4) Sprung nach oben
 

 
(5) Vikivoyage, Tuvalu
 

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© Dieter Kochheim, 11.01.2010