Vermögenstransfer 4 |
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Internet-Finanzdienste |
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Zahlungen ins Ausland
bargeldloser Zahlungsverkehr
Auslandszahlungen per Bargeldtransfer
Internet-Finanzdienste
neuartige Finanzdienste
Perspektiven
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Internet-Bezahlsysteme
Telefonrechnung
Billing-Systeme
Firstgate - Click&Buy
eBay - PayPal
umkämpfter Markt
Missbrauchsgefahren
Anmerkungen
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Unter dem
Druck, mit Dienstleistungen im Internet Geld verdienen zu müssen, sind
Bezahlsysteme entstanden, die sich besonders für die Abwicklung von
Kleinbeträgen eignen. Im Zweifel lassen sie sich auch für größere
Transaktionen verwenden.
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besondere Internet-Bezahlsysteme |
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Für kleine
Beträge (
Micropayment)
(1)
sind die klassischen Bezahlsysteme wie „Zahlung gegen Rechnung“ zu
aufwändig oder das Lastschriftverfahren zu teuer. Drei Systeme können
dabei unterschieden werden
(2):
- Vorausbezahlte Systeme auf Guthabenbasis,
- Billing-/Inkassosysteme mit einer Kontoführung auf laufende
Rechnung und
- Telekommunikationssysteme, die mit der Telefonrechnung
abgerechnet werden.
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Ein bewährtes Prepaidverfahren bietet WEB.Cent an
(3).
Andere sind mir nicht in Erscheinung getreten.
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Telefonrechnung |
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Die Systeme
auf der Basis der Telekommunikation
haben sich bislang nicht durchgesetzt.
Wegen der Abrechnungssysteme im
Zusammenhang mit dem Mobilfunk äußerte
die Bundesnetzagentur 2004 Bedenken. Die Auswüchse wegen der (teuren)
Abonnements für Klingeltöne und die unbefriedigende Kostenkontrolle bei
der Abrechnung von mobilen Telefondiensten haben dem Ansehen der
Abrechnungssysteme für die mobile Telefonie sehr geschadet. Erst per
01.09.2007 wurde das Telekommunikationsgesetz darauf erweitert, dass
Premium Rate Dienste eine Kostendeckelung und klaren Ansagepflichten
unterworfen wurden (
mehr Preisangaben bei TK-Diensten).
Die
Abrechnungssysteme zulasten der Telefonrechnung leiden auch unter den
Erfahrungen der Öffentlichkeit mit den Missbräuchen von Einwahlsystemen
(Dialern) und Mehrwertdienstenummern. Durch das Gesetz gegen den
Missbrauch von Mehrwertdiensten wurde 2003 der Nummernkreis 0190
abgeschafft und die Mehrwertdienste und Dialer einer Melde- und
Dokumentationspflicht bei der Bundesnetzagentur unterworfen. Nicht
verzeichnete oder beanstandete Dienste dieser Art können ihre
Forderungen nicht mehr im Zivilrechtsweg durchsetzen, so dass Dialer
nahezu vollständig vom Markt verschwunden sind und andere
Mehrwertdienste immer seltener wegen Missbräuche in Erscheinung treten.
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Eine gewisse Bedeutung hat nur INFIN-PAYMENT
erlangt
(4). Für
die Nutzung kostenpflichtiger Internetangebote
muss hierbei zunächst eine Mehrwertdienstnummer
angerufen werden, worauf der entsprechende
Betrag zur Telefonrechnung gebucht
und dem Anrufer eine Transaktionsnummer
– TAN – zum Freischalten des Angebots
übermittelt wird.
Der einzige Anbieter mit verschiedenen Angeboten, der
sich behauptet hat, scheint die Firma
T-Com zu sein. Sie bietet an die
Zahlung:
- mit der monatlichen TK-Rechnung,
- per Parallelzugang zum Internet und dem gleichzeitigen
Anruf bei einem Mehrwertdienst (Call and Pay),
- mit MicroMoney als anonymes System auf Guthabenbasis,
- per Lastschrift,
- per Kreditkarte und
- mit Pay by Call, wobei der Rechnungsbetrag der
Monatsrechnung unmittelbar belastet wird.
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Billing-Systeme |
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Ein etabliertes Beispiel für ein Billing-System bietet seit einigen
Jahren „Firstgate“ mit
„Click&Buy“ an. Firstgate richtet sowohl für Käufer wie auch für
Verkäufer Konten auf laufende Rechnung ein, die periodisch (monatlich)
abgeschlossen und abgerechnet werden. Die Salden aus Konten, die im Soll
geführt werden (Schulden der Käufer), werden von den Girokonten der
Inhaber eingezogen und die Guthaben an die Haben-Konten ausgezahlt.
Dabei werden die Kontoführungskosten den Zahlungsempfängern belastet
(5).
Der Kunde erhält von Click&Buy eine monatliche Abrechnungen mit
detaillierten Angaben zu den einzelnen Zahlungsvorgängen und wird mit
keinen weiteren Kosten belastet. Bislang liess der Anbieter keine
internen Umbuchungen zu, so dass internationale Bezahlvorgänge nur
eingeschränkt möglich waren. Inzwischen hat Firstgate von der britischen
Finanzaufsichtsbehörde FSA eine EGeld-Lizenz bekommen, wodurch das
Unternehmen den Status einer Bank erhalten hat, die auch das
Girogeschäft durchführen kann (direkte Überweisung von Konto an Konto).
Damit werden Geldverkehrsgeschäfte möglich, die die Kontoinhaber
unmittelbar miteinander abwickeln können.
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Seit
einigen Jahren haben aber auch verschiedene bekannte Internetfirmen
eigene Bezahlsysteme eingerichtet:
Yahoo hat seinen Dienst wieder eingestellt und von den verbleibenden
Anbietern hat nur eBay
(6) mit
PayPal einen kommerziellen Erfolg erreicht.
PayPal hat inzwischen 153 Millionen registrierte Kunden in mindestens 103 Ländern, wickelte
im Geschäftsjahr 2006/2007 Transaktionen mit einer Summe von Milliarden
US-Dollar ab
und ermöglicht seit dem Frühjahr 2007 auch Überweisungen zwischen seinen
Kunden per Skype-Verbindung
(7).
Im Mai 2007 erwarb PayPal ebenfalls eine Bankenzulassung von der
luxemburgischen Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen - Commission
de Surveillance du Secteur Financier - CSSF
(8)
und ist seit dem 02.07.2007 berechtigt, Bankgeschäfte durchzuführen. Seither
kann das PayPal-Konto auch als Kreditkonto geführt werden
(9).
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umkämpfter Markt |
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Die erste Kampfansage kam von Firstgate. Das Unternehmen will künftig gegen den
direkten Konkurrenten PayPal international höhere Marktanteile erreichen
(5,
Honsel).
Beide Unternehmen haben damit, dass sie "Banklizenzen" erworben haben,
einen Schritt getan, der sie von ihrer Konkurrenz abhebt, die sich auf
Abrechnungssysteme und Guthabenkonten beschränken müssen. PayPal und
Firstgate sind somit die ersten "richtigen" Internetbanken.
Ein weiteres Schwergewicht aus der Internet-Wirtschaft scheint sich
nach Marktchancen umzuschauen:
Amazon.
eBay,
Firstgate und Amazon sind Unternehmen mit großen Erfahrungen damit, wie
man mit der Internettechnik Geld verdient. Sollte sich Amazon
entschließen, in den Micropayment-Markt einzusteigen, wird das ein
interessanter Dreikampf.
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Yahoo hat das Handtuch geworfen und Google kommt mit Checkout irgendwie
nicht richtig aus den Startlöchern.
Microsofts Passport krankt daran, dass sein Authentifizierungssystem
zwar als Basisdienst für E-Mails und andere Internetdienste Akzeptanz
findet, nicht aber als Treuhand- oder Abrechnungseinrichtung für
Zahlungen. Das mag daran liegen, dass Microsoft der Dienstleistung den
Namen gab, den auch der Serverdienst hat, den das Unternehmen verkaufen
will. Daran leidet Microsoft häufiger: Der Serverdienst mag auch in der
Lage sein, Authentifizierungen und einen gesicherten Zahlungsverkehr zu
verwalten. Bis diese Funktionen jedoch eine Akzeptanz bei den Kunden
finden, muss die Fachfunktionalität entwickelt, erprobt und beworben
werden - und daran hapert es offenbar.
Überraschend ist, dass bislang keine "echte" Bank den Internetmarkt für
sich entdeckt und sich dort einen Namen gemacht hat. Das Homebanking
beherrschen sie recht gut und sie haben es geschafft, die
Kundenbetreuung weitgehend online und automatisiert abzuwickeln. Das
betrifft vor Allem die Kontoverwaltung und den Zahlungsverkehr.
Treuhandsysteme oder die einfache Abwicklung des Micropayments sind mir
von ihnen nicht geläufig.
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Missbrauchsgefahren |
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Alle
legalen Systeme können prinzipiell für kriminelle Zwecke missbraucht
werden.
eBay und PayPal
sind gute Beispiele für lauernde Gefahren, für die das Unternehmen als
solches nichts kann.
Bei eBay finden keine
Versteigerungen statt. Bei denen wird das Versteigerungsgut frei von
sachlichen Rechten (vor allem
Eigentum). Es handelt sich vielmehr um eine zeitlich bedingte (
§ 163 BGB) Auslobung (
§§ 657 ff. BGB) um ein
Höchstgebot. Hier erfolgt kein Zuschlag,
der den Zeitpunkt des Rechtsübergangs demonstriert, sondern nur ein
Zeitablauf, wegen dem sich die Beteiligten zu bestimmten Handlungen
verpflichtet haben ("ich überweise das Geld" und "ich schicke die
Ware"). Andere Rechte, z.B. des Bestohlenen an der Hehlerware,
Handelsverbote, z.B. wegen Arzneimittel, Grundstoffe und
Betäubungsmitteln, und Pflichten, z.B. Einführungsabgaben auf Kaffee,
bleiben davon unberührt und bestehen.
Der
"eBay-Betrug"
(10)
besteht darin, dass die Anbieter falsche Angaben über den Gegenstand
machen (Herkunft, Beschaffenheit, Eigentum), also lügen. Strafrechtlich
ist das Betrug (
§ 263 StGB) oder Hehlerei (
§ 259 StGB). Das findet auch in gedruckten Kleinanzeigen statt und
lässt sich von dem Betreiber der Plattform nicht verhindern.
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Scheingebote und den Preis hochtreibende Konkurrenzgebote kann das
Unternehmen nicht in Gänze unterbinden. Es handelt sich dabei um
klassische Betrugsformen, die schon immer mit öffentlichen
Gebotsverfahren verbunden sind und keine Besonderheit darstellen, wenn
sie im Internet stattfinden.
eBay
verwendet "Wachhunde". Das sind in meinen Worten Auswertungsroutinen,
die darauf achten, ob ein Anbieter plötzlich ungewöhnliche Aktivitäten
zeigt, weil er z.B. vormals eher Ramsch angeboten und dafür gute Bewertungen
bekommen hat, und plötzlich hochwertige (Hehler- ?) Ware aus der
Hochtechnologie anbietet
(11).
Im Zusammenhang mit PayPal kann es passieren, dass Gebote nur zum Schein
abgegeben werden, um eine vertragliche Grundlage für eine
Geldüberweisung vorzutäuschen. Wenn Paypal, wie jetzt,
grenzüberschreitende Überweisungen ermöglicht, dann kann das System auch
zur Geldwäsche missbraucht werden.
Je
freizügiger sie den Zahlungsverkehr ermöglichen, desto interessanter
sind die Systeme für Hacker, um die Kontodaten zu stehlen und diese mit
einer Rollkommando-Aktion zu missbrauchen. Das gilt für alle
angesprochenen Modelle.
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Anmerkungen |
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(1)
Terminologie: „Micropayment“ betrifft Einzelbeträge bis 10 €, „Macropayment“
Beträge darüber.
(2)
Einen Überblick gibt
dialerschutz.de: Von Kreditkarte
bis E-Gold: Sicher bezahlen im Internet.
(3)
Website der
Stiftung Warentest;
Website von
WEB.Cent.
(4)
Website der
Stiftung Warentest;
Website von
infin - MicroPayment.
(5)
Dem Zahlungsempfänger kostet jede Einzahlung 50 Cent zuzüglich 9,5 % vom
Umsatz; siehe
Gregor
Honsel, Auf Augenhöhe mit PayPal kommen, Technology
Review 09.05.2007 (interessantes Interview mit Norbert Strangl).
(6)
eBay ist ein marktmächtiges Schwergewicht und traditionell sehr
zurückhaltend mit der Veröffentlichung von Unternehmensinterna, so dass
Daten nur ausnahmsweise zur Verfügung stehen. Umsätze 2007:
1. Quartal |
1,39 Mrd. $ |
2. Quartal |
1,45 Mrd. $ rechnerisch |
3. Quartal |
1,89 Mrd. $ |
Das Unternehmen erzielte
im ersten Quartal 2006 weltweit einen Gewinn von 248,3 Millionen $.
eBay
steigert Umsatz um 35 Prozent, Heise online 20.04.2006
Paypal will Abhängigkeit von eBay verringern, Heise online
14.10.2007
eBay
steigert weiterhin seinen Umsatz, Heise online 18.10.2007
eBay hat weltweit knapp 248 Millionen registrierte Nutzern, von denen
aber zwei Drittel Karteileichen sind.
eBay
will Gebührenstruktur ändern, Heise online 16.12.2007
|
(7)
Siehe
skype, Geldversand – Ihren Skype-Kontakten mit PayPal Geld senden.
(8)
PayPal erwirbt EU-Banklizenz, Heise online 15.05.2007
(9)
Neufassung der
PayPal-Nutzungsbedingungen, Nr. 5.1.
Ähnliche Leistungen bietet auch die britische Firma
Moneybookers.
(10)
Herr Weber liest und hört diesen Begriff gar nicht gerne. Aber er
kennzeichnet die Erscheinungsform so wunderbar. eBay trägt keine Schuld
daran!
(11)
Warum fällt mir in diesem Zusammenhang immer Schweinchen Dick ein: "Immer
schön sauber bleiben!"
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Cyberfahnder |
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© Dieter
Kochheim,
11.03.2018 |